Schwaigerweg 135 A -8971 Schladming

Der Karnische Höhenweg

13.07.2017

Liebe Gäste, zufällige Leser und Freunde,

auch heute geht noch einmal mein Blick zurück in meinen Urlaub um Euch von meiner (Achtung Spoiler) leider misslungenen Juni-Challenge zu berichten - dem Karnischen Höhenweg zwischen Sillian und Birnbaum im Lesachtal.

Geplant waren die Etappen Silian-Silianer Hütte (1. Übernachtung), dann Silianer Hütte - Obstanser See Hütte (2. Übernachtung), Obstanser See Hütte - Porzehütte (3. Übernachtung), Porzehütte - Hochweissteinerhaus (4. Übernachtung), Hochweissteinerhaus- Wolayerseehütte (5. Übernachtung) und hier dann Abstieg nach Birnbaum- offiziell Ende, aber im Kopf hatte ich noch die Überschreitung des Plöckenpasses überlegt, um die Tour abzurunden.

Ausgeschrieben und organisiert wurde diese Tour vom Alpenverein Edelweiss. Nachdem ich im vorigen Jahr bei einem Ausflug in Kötschach Mauthen das Museum der Dolomitenfreunde "Museum 1915 - 1918" besucht hatte und sehr beeindruckt davon war, reifte in mir der Plan heran den Friedensweg zu gehen.Das Schicksal wollte es wohl so, dass ich im Edelweiss Magazin geblättert habe und zufällig das Angebot für genau diese Tour gesehen habe. Genau in meinem Urlaubszeitraum. Ich konnte mein Glück kaum fassen- hab mich sofort dort angemeldet und auch noch einen heißbegehrten Platz bekommen.

Als der Startzeitpunkt immer näher kam, wurde ich immer nervöser und am Abfahrtstag war ich, statt wie geplant mit dem Wecker um 08:00 Uhr aufzustehen, schon um 05:32 Uhr hellwach. Und deshalb lasse ich Euch jetzt einfach ein wenig an meinen Gedanken und somit meinem Reisetagebuch teilhaben.

Der Weg zur Silianer Hütte

Am Weg vom Schlafzimmer in die Küche fallen mir noch 10 Dinge ein, die in meinem Rucksack fehlen, doch kaum stehe ich vor der Kaffeemaschine sind alle anderen Sachen vergessen und ich freue mich auf den ersten Schluck, sowie den Geruch des schwarzen Goldes - für mich einer der 3 besten Gründe jeden Morgen aufzustehen. Kaum habe ich gefrühstückt, fällt mein Blick wieder auf den Rucksack - bis auf Stöcke und Geld befindet sich noch nicht viel im Inneren des Wanderbegleiters, jedoch türmt sich davor alles was mir wichtig erscheint. Am Vorabend habe ich, nachdem ich den Rucksack das erste Mal gepackt hatte, alles wieder ausgeleert - es war einfach viel zuviel. Heute morgen, mit Blick auf die Wettervorhersage, meiner kleinen bescheidenen Erfahrung und auch etwas Mut, habe ich die Hälfte gleich wieder an den angestammten Platz in der Wohnung verfrachtet und beginne nun von Neuem den Rucksack zu füllen - werde jedoch gleich von der Zieleinfahrt Christof Strassers beim RAAM abgehalten, a wüda Hund!

Nachdem er nach 8 Tagen, 9h und einigen Minuten das Mörderrennen beendet hat, finde ich leider keine Ausrede mehr das Packen vor mir herzuschieben und der Rucksack ist schnell gefüllt - die Verpflegung beansprucht eindeutig am meisten Gewicht, wobei sich dieses ja im Laufe der Wanderung verringert. 

Und ab geht es mit dem Zug nach Silian, wo alle Teilnehmer (8 an der Zahl) zusammentreffen und wir mit dem Almtaxi abgeholt werden um zur Leckfeldalm, (1925m) unserem offiziellen Startpunkt der Tour zu gelangen. Die Wanderung beginnt um 15:20 Uhr, die Gruppe ist nicht so richtig homogen, was mir auf den ersten Metern auffällt. Eine Dame ist konditionell etwas weniger gut unterwegs, ansonsten legen wir die über 500hm doch recht schnell zurück - anstatt direkt zur Hütte zu gehen sind 2 meiner Mitwanderer und ich noch zu einem Heimkehrerkreuz gegangen, da das Wetter einfach dazu eingeladen hat. Nach 1 Stunde und 44 Minuten Gehzeit sind wir in der Silianer Hütte auf 2447m angekommen und haben auch gleich das Lager bezogen. 

Der 2te Tag

Die Gruppe besteht aus sieben Frauen und einem Mann, davon ist eine Dame der Guide vom Alpenverein Edelweiss. Natürlich macht man sich zu Beginn Gedanken wer oder was einen auf so einer Tour begleiten wird, gerade wenn man die anderen Teilnehmer noch nicht kennt, ist das sehr spannend. Zu meiner großen Freude hatte ich mit 4 gleich einen sehr guten Draht, der sich auch nach der Tour noch weiterziehen sollte (dazu später mehr).

Nach dem Abendessen haben wir noch kurz die morgige Etappe besprochen und sind gemütlich im Lager in unsere Hüttenschlafsäcke gesunken. Am nächsten Tag wache ich um 05:40 Uhr auf - ob ich überhaupt geschlafen habe weiß ich nicht genau. Nach einem schönen Frühstück sind wir Richtung Obstanser See Hütte aufgebrochen-sehr viele Pausen, viel Wind und etwas Regen haben den Weg nicht gerade angenehm gestaltet, doch ich war am Weg, mich auf diesen historischen Pfaden zu bewegen und zu fühlen hat mir viel gegeben. Der erste "Gipfel" war das "Eisenreich" (2665m)- nachdem die Gruppe sich schnell unübersichtlich aufspaltete, habe ich mich dazu bereit erklärt als Schlusslicht zu fungieren und es war wunderbar. Viele Fotos und Eindrücke später hat sich auch die Sonne gezeigt und wir sind sehr schnell in Sichtweite der Hütte gekommen. Zu schnell meiner Meinung nach-es war noch nicht einmal 12 Uhr. Deshalb sind zwei meiner Kollegen und ich zu einem anderen Gipfel abgebogen - der Pfannspitze (2678m) , die erhaben neben dem großen Kinigat über der Obstanser See Hütte aufragt. Früh sind wir an der Hütte angelangt , eventuell gehen wir noch die Eishöhle (in der Nähe eine kleine Wanderung) aber zuerst freue ich mich auf Kaffee. Nachdem wir uns mit dem Hüttenwirt unterhalten haben gelangen wir zur Erkenntnis, dass die Eishöhle zu gefährlich ist (Steinschlag) und wir die nötige Ausrüstung dafür nicht mitgebracht haben. Ich beschließe, im Hinblick auf die noch anstrengend werdenden Tage, es mir am See gemütlich zu machen, mit den Beinen im Wasser und das Buch "begehen, begreifen, bewahren" zur Geschichte des Friedensweg zu lesen. Ja, ich hab mir das Buch natürlich auch noch gekauft-mein Rucksack war ja noch nicht schwer genug.

Der 3te Tag

Die Sonne hat sich immer wieder gezeigt, der Wind hat nachgelassen und so wird es schnell zu einem angenehmen Urlaubsnachmittag. Etwas stressig sind zwei Mitwanderinnen, die immer alles besser zu wissen scheinen, eine starke Meinung zur Politik und vor allem eine starke Meinung über die Cuisine auf Hütten haben. Ich bleibe brav und lese weiter - das Essen war übrigens auch hier hervorragend. Die Vorbesprechung für den nächsten Tag ist zwiegespalten, da wir nicht ganz sicher waren ob und wie der Weg morgen verlaufen soll- aber auch hier lasse ich mich überraschen.

Nach einer laaangen Nacht (wir sind am Vorabend schon um kurz nach 9 alle im Lager gewesen) war ich um 05:30 Uhr putzmunter und hab nach meiner Morgenroutine das Buch geschnappt und mich zu zwei Murmeltieren an den See gesetzt um noch etwas zu entspannen. Heute geht es weiter zur Porzehütte, ich hoffe, dass wir auch die Porze noch gehen können, wir werden sehen. Der Start verläuft mit pünktlich, die Gruppe trennt sich kurzzeitig, weil wir vier (eh klar) wieder einen anderen Weg wie die anderen gehen wollen-den schattigeren Weg. Während des Aufstiegs wundere ich mich noch über ein Schild auf dem "unser" Weg in die andere Richtung zeigt, oben angekommen wird schnell klar, dass wir falsch sind und so gehen wir 3/4 des Weges mit der Gruppe zurück um danach 500hm abzusteigen, die wir kurz darauf wieder in der prallen Sonne hinauf mussten um schließlich und endlich um 12:15 Uhr bei der Filmoor Standschützenhütte (2350m) verspätet anzukommen- somit ist für mich die Porze gestorben und ich ärgere mich unheimlich über den Fehler der Gruppenleiterin. Kann ja mal passieren. Die Gruppe ist nun vollkommen aufgespalten, der Ärger steigert sich minütlich und Verständnislosigkeit macht sich breit. Zwei haben sich abgesetzt um den großen Kinigat zu gehen, ich hab den Absprung hierfür leider verpasst und so kommen wir nach viel Ärgern, Schwitzen aber auch Spaß (bin wieder freiwilliges Schlusslicht und mach mir mit zwei Mädels meine eigene Gaudi) um 16:00 Uhr bei der Porzehütte an. Der Wetterbericht für morgen sagt wechselhaftes Wetter voraus-unser Guide schlägt vor nach Obertilliach abzusteigen um dann mit dem Taxi die Etappe zu fahren und beim Hochweissteinerhaus wieder aufzusteigen. Der Unmut steigt- gerade die schönste, längste Etappe sollen wir auslassen?

Wir sehen uns wieder!

Nach einem wunderbaren Abendessen auf der Porzehütte gehen wir wieder bald schlafen, ich freue mich (trotz des Wetterberichtes) schon auf morgen, denn diese Etappe wird sicher eindrucksvoll. Tagwache am nächsten Tag - 06:15 Uhr. Es ist bewölkt, es regnet und Donner grollt durch die Luft. Schnell wird klar- oben können wir den Weg nicht gehen, die italienische Variante ist aufgrund des Regens auch nicht empfehlenswert und so steigen wir schweren Herzens nach Obertilliach ab. Nachdem wir um 09:45 Uhr beim Cafe Weyler angekommen sind, beschließen "die 4" (also ich und meine drei tollen Kollegen) die Tour abzubrechen-der Wetterbericht sagt schlimme Unwetter mit Hagel und Sturm vorraus-es hat sich eingeregnet und somit macht es auch keinen Sinn zu warten.

Wir besteigen den Zug und machen noch während der ersten 20 Minuten aus, den Höhenweg mit allen Gipfeln im nächsten Jahr zusammen zumachen - und auch zu vollenden.

Langer Rede-kurzer Sinn- Juni Challenge nicht geschafft, aufgrund der Wetterbedingungen und auch der Gruppenzusammenstellung. Für mich war das wohl die letzte Weitwandertour, bei der ich mich einer, mir nicht bekannten Gruppe, anschließe. Es war mit "meinen" dreien sehr schön, ich bin auch sehr froh Gleichgesinnte kennengelernt zu haben und wir werden uns auf alle Fälle wiedersehen. Das ist doch auch positiv :-)

und außerdem: Der Misserfolg stärkt die Starken.

That's all folks!

Alles Liebe, bleibt freundlich zueinander

Kerstin

vorherige Artikel
Do, 20. Juli 2017

Der Rest vom Schützenfest

Des Urlaubsberichtes 3ter Teil...

Mehr...

Do, 13. Juli 2017

Der Karnische Höhenweg

Des Urlaubsberichtes 2ter Streich..

Mehr...

Do, 6. Juli 2017

Ich bin wieder da

Des Urlaubsberichtes 1 Teil...

Mehr...

Zurück