Schwaigerweg 135 A -8971 Schladming

Der wilde Berg...

31.08.2017

Ein Augenblick für die Ewigkeit am Obersee

Liebe Gäste, zufällige Leser und Freunde,

da ich in dieser Woche erst am Wochenende frei habe, darf ich Euch vom Versuch der letzten Woche erzählen und Euch daran teilhaben lassen. Wie schon gesagt, es war ein Versuch den höchsten Berg, der zur Gänze auf steirischem Landesgebiet steht, zu bezwingen. Und, auch hier sei mir ein kleines Vorgreifen schon erlaubt, es ist beim Versuch geblieben. (Jetzt schreibe ich aber nicht mehr Versuch, vier Mal in einem Absatz reicht finde ich.)

Auch bei dieser Wanderung war mein Begleiter der altbekannte Dominik, der immer mit Stock und gutem Rat zur Seite steht. Da die Hochwildstelle mit 2747m auch noch auf unserer gemeinsamen To Do Liste steht, haben wir vorigen Dienstag beschlossen den Anstieg zu wagen. Nach einer relativ unruhigen und auch kurzen Nacht (die Gäste des Ferienhauses in der Nähe meiner Wohnung hatten eine Feier die relativ lang gedauert hat) habe ich um 04:00 Uhr Dominik abgeholt und wir sind mit meinem Auto zum Steirischen Bodensee gedüst. Es war noch richtig dunkel dunkel, also haben wir unsere Stirnlampen ausgepackt und sind am Ufer des Bodensees entlang zum Weg, der zur Hans Wödl Hütte führt, gewandert.

Obwohl ich diesen Weg schon öfters gegangen bin (einer meiner ungeliebtesten Wandersteige, da die Steinstufen die hinaufführen unterschiedlich hoch und uneben sind und somit unheimlich grausig zu gehen), war es dieses Mal gleich noch einmal schwieriger.

Einmal gewinnt man, einmal verliert man

Aufgrund der Dunkelheit und Übermüdung war der Anstieg ein langer und so sind wir erst nach über 45 Minuten bei der noch im dunklen liegenden Hans Wödl Hütte angekommen.

So unangenehm die Dunkelheit war, umso schöner war dann die Atmosphäre der Sonne beim Aufgehen zusehen zu dürfen.

Irgendwie schien dieser Tag sowieso von Anfang an nicht so richtig für unser Unternehmen - obwohl wir dann den Hüttensee und den Obersee recht schnell passieren, eröffnet uns der immer heller werdende Tag das nächste Problem - der Gipfel der Hochwildstelle ist tief verschneit und sieht damit gleich noch grimmiger aus. Aber aufgrund der positiven Grundstimmung (haben wir immer wenn wir unterwegs sind) und der Hoffnung, dass der Schnee bis wir oben sind noch schmilzt, gehen wir weiter.

Der Weg zur Neualmscharte ist relativ unspektakulär, nur verdunkelt sich der Himmel immer wieder, der Regen der letzten Tage hat den Weg rutschig gemacht und der aufkommende Wind lässt nicht nur meine Hände zu kleinen Eiszapfen werden, sondern auch Gesicht und Motivation meiner Begleitung. Nach einer kurzen Rast bei der Neualmscharte, Haube,Schal ,und Handschuhe für mich, ein kleiner Motivationsschub für Dominik, gehen wir die letzte Etappe des Weges an, aber nach gut 30 Minuten geht es nicht mehr weiter.

Vor lauter Wolken sieht man den Gipfel nicht

Der Wind pfeift uns um die Ohren, verwandelt den Nebel in Schneeregen der uns ins Gesicht peitscht und die Steine, die wir eigentlich beklettern sollten, in eine Rutsche. Schweren Herzens drehen wir auf der kleinen Wildstelle um - heute soll uns der Gipfel der Hochwildstelle (der ab der Neualmscharte sowieso in Wolken hing) nicht zu Gesicht kriegen.

Den Rückweg gestalten einige Gämsen und vor allem die beeindruckende Umgebung dann doch recht kurzweilig und wir sind kurz vor Mittag wieder beim Auto, nicht ohne natürlich vorher kurz bei der Hans Wödl Hütte einen Kaffee zu trinken und noch einmal wehmütig zum wolkenverhangenen Gipfel zurückzublicken.

Es ist zwar nicht "wie geplant" gelaufen, jedoch habe ich für mich wieder einige Erfahrungen sammeln dürfen, die ich im Hinterkopf behalten werde und aus denen ich gelernt habe. Man muss nicht auf Biegen und Brechen einen Gipfelsieg erringen - wenn es nicht funktioniert ist ein sicheres Umdrehen die bessere Entscheidung - und die Fotos und Erinnerungen dieser Tour sprechen für sich. Jedoch kann ich Euch eines ganz sicher sagen - den Gipfel hole ich mir ein anders Mal (aufgehoben ist nicht aufgeschoben :-) )

Das war's wieder mal für heute, ich wünsche Euch noch eine schöne Restwoche, bleibt freundlich zueinander!

Alles Liebe, Kerstin

vorherige Artikel
Do, 26. Okt. 2017

Der goldene Herbst

Unterwegs...

Mehr...

Do, 19. Okt. 2017

Rötelstein

Der rote Berg...

Mehr...

Do, 5. Okt. 2017

Es sind noch Geheimnisse offen...

Das Wandern kommt zu kurz...

Mehr...

Zurück