Schwaigerweg 135 A -8971 Schladming

Es ist schon wieder etwas passiert...

17.08.2017

Liebe Gäste, zufällige Leser und Freunde,

ich habe mich gestern aufgrund der aktuellen, sich häufenden Unfälle in den Bergen kurzerhand umentschlossen und werde Euch heute nicht von einer Bergtour berichten, sonder versuchen, einige Gefahrenquellen zu beseitigen (soweit ich dazu die Möglichkeit habe) .

Als ich am Dienstag mit einem wunderbaren Erlebnis in Kopf und Herzen von meiner Bergtour freudestrahlend zurückgekommen bin, hat mich der Radio innerhalb von wenigen Sekunden wieder auf den Boden der Tatsachen geholt. Am Höchstein, einem der "Hausberge" in den Schladminger Tauern, sind 2 erfahrene Bergsteiger, die viel allein und aber auch als Gruppe unterwegs waren, bei einer eigentlich nicht auffallend schweren Stelle abgestürzt und dabei tödlich verunglückt. Der Jüngere war abgerutscht, der Ältere wollte ihm noch helfen, hat nachgegriffen und ist mit ihm in die Tiefe gefallen. Obwohl die Bergung sehr schnell gegangen ist, waren alle Versuche erfolglos - die beiden sind gestorben.

Dieses und noch einige Beispiele der Vergangenheit mehr, zeigen mir wieder einmal, wie schnell es gehen kann. In der Literatur unterscheidet man ja grundsätzlich zwei Arten von Gefahren im Bergsport - den subjektiven und den objektiven Gefahren. Zur Erklärung der beiden Begriffe sei nur kurz gesagt: Subjektive Gefahren gehen vom Menschen selbst aus, wie zum Beispiel keine Erfahrung (Selbstüberschätzung, Leichtsinn, Unkenntnis), geringes Können (kein/mangelhafte Ausbildung, falsche Tourenplanung - Zeitfaktor!!), mangelnde Kondition und Ausrüstungsmängel. Objektive Gefahren sind die, die der Mensch nicht beeinflussen kann bzw. mit denen man konfrontiert wird, wie das Wetter, Lawinen, Steinschlag uvm.

Gegen die objektiven Gefahren hilft meist eine gute Vorbereitung und Planung - den Wetter-und Lawinenbericht schon vor der Tour verfolgen, die Gegebenheiten und die "Umwelt" immer im Auge haben und vor allem immer aufmerksam durch die Welt/die Tour gehen.

Die subjektiven Gefahren wiederum muss man sehr stark selbst im Auge behalten - weiß man wirklich, ob man gewissen Touren schaft, hat man die nötige Kondition dafür oder sollte man vorher vielleicht doch eine einfachere Tour angehen? Wenn es schon dämmert, sollte man wirklich keine drei Stunden Wanderung mehr starten, in kurzer Hose bei Schlechtwettervorhersage zu starten und keine Regenbekleidung mithaben ist auch nicht wirklich das Gelbe vom Ei und wenn man müde ist, sollte man sowieso keine Touren angehen - man wird nicht wacher und aufmerksamer durch die Wanderung, sondern die Gefahrenquellen häufen sich.

Natürlich kann auch trotz aller Vorbereitung und Vorerfahrung immer etwas passieren - um hier die Verletzungen möglichst gering zu halten, bitte auf den eigenen Hausverstand hören und auch, sollten alle Stricke reißen, Hilfestellung für andere, verunglückte Wanderer geben. Man muss nicht unbedingt wie MacGyver alles können - aber schon allein die Nummer der Bergrettung zu kennen, diese zu wählen und somit wertvolle Sekunden zu sparen, kann Leben retten. ( 140.. Merken!) Weiters wäre es natürlich auch noch von Vorteil jederzeit zu wissen wo man sich befindet - fast alle Handys haben schon eine GPS Funktion und auch viele Digitaluhren haben diese schon eingebaut.

Ich wünsche Euch von Herzen schöne Touren und immer wieder Gesundes nach Hause kommen.

Alles Liebe, Kerstin

Mut besteht nicht darin, dass man die Gefahr blind übersieht, sondern darin, dass man sie sehend überwindet.

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