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24hBurgenland-also eigentlich 12hBurgenland

02.02.2017

Die Route

Liebe Gäste, zufällige Leser und Freunde,

ich bin wieder dahaaa :-)

Vorige Woche am Freitag war es nun endlich soweit - meine Herausforderung für Jänner 2017 ist über die Bühne gegangen, die 24hBurgenlandextrem Teilnahme meinerseits. Die ganzen 24h habe ich mir nicht zugetraut, weil ich so eine lange Tour noch nie gemacht habe. Deshalb habe ich mich im Vorraus schon für die "Final Trail" Variante entschieden, die "nur" 12h von Apetlon (von mir am Weg gleich mal liebevoll in Apleton umgetauft und auch beharrlich daran festgehalten) bis nach Oggau 60km zu Fuß in einem Stück gehen.

Meine Einstellung war, wie Ihr vielleicht im vorvorigen Beitrag gelesen habt, folgende: ich versuche soweit wie möglich zu gehen-wenn ich es nicht schaffe, kein Problem, sollte ich es schaffen wäre ich mächtig stolz auf mich, weil es zeigen würde, dass ich die letzten beiden Jahre doch nicht umsonst herumgewandert bin. Umsonst klingt gleich so schroff, aber ich hoffe Ihr versteht mich hier - einfach mal schauen was geht. Meine Chefleute haben mir frei gegeben (Danke nochmal - nicht selbstverständlich in der fast schon Hauptsaison), Nadja und Georg sowie meine wunderbare Kollegin Moni haben für mich die Stellung im Rohrmooserhof gehalten und somit stand dem Abenteuer nichts mehr im Weg.

Zwischen Podersdorf und Weiden

Donnerstag abend sind wir nach Eisenstadt gefahren um dort zu übernachten und den nächsten Tag frisch und fröhlich zu beginnen. Abends noch einmal den Rucksack neu gepackt, die Reserveschuhe, sowie Reservehandschuhe, -haube und -socken neu geordnet, die Anmeldebestätigung, Blasenpflaster, Tape und Stirnlampe im obersten Facherl verstaut und ich war bereit.

Freitag morgen um 07:15 Uhr ging der Bus von Oggau aus los, um kurz vor 9:00 Uhr waren wir dann alle in Apetlon und haben feudalst gefrühstückt. Bei der Startnummernausgabe wurden wir mit einem prall gefüllten Starterpaket überrascht, das nicht nur Haube und Tuch(im Laufe des Tages noch seeehr sehr wichtig) beinhaltet hat, sondern auch Leckereien wie Kekse und Apfelmus. Bis 11:00 Uhr zu warten erschien uns lange, doch die Zeit ist wie im Flug vergangen und dann haben wir auch schon den Startschuss gehört und sind fröhlich mit gut 1000 anderen Wanderern, voll motiviert begleitet von einigen wenigen Sonnenstrahlen die den Weg durch die Wolken gefunden haben von Apleton (e scho wissen) losgegangen.

Eigentlich war der Plan, dass wir in Illmitz die Labestation auslassen,doch hatte ich nach nur 2km schon ein leicht pochendes Druckgefühl in der rechten Ferse, obwohl ich meine Lieblingswanderschuhe anhatte, die schon so manchen Berg mit mir durchgemacht haben. Deshalb, kurz in der Hölle(also dem Ortsteil von Illmitz,wo die Labestation weilte) den Schuh ausgezogen,die rechte Ferse getapet und weitergestapft.

Auf dem Weg von Illmitz nach Podersdorf kamen mir die Worte meiner Sitznachbarin aus dem Bus am Morgen wieder in den Sinn die gesagt hat, dass Windböen bis zu 60km/h vorausgesagt waren. Im Bus hatte ich noch den Kopf geschüttelt und gegrinst mit den Worten "Ich hab am Dachstein schon 80km/h ausgehalten, da kann das nicht so schwer sein"die Sorge abgeschmettert-aber der Wind war ein Hund am Neusiedlersee! Zuerst war es noch nicht so schlimm und ich habe mir mit dem geschenkten Tuch weitergeholfen, aber als der Abend hereinbrach wurde es windiger und windiger und somit kälter und kälter-aber ich will meinem eigenem Bericht nicht vorgreifen und komme zurück nach Podersdorf, wo wir um kurz vor 1 mit einem hervorragenden Gefühl eine kurze Pause an der Labestation beim Seecafe eingelegt haben um dann frohen Mutes über Weiden nach Neusiedl am See zu wandern und dort die erste größere Pause einzulegen (so von wegen - fast Halbzeit!).

Die Idee war gut, doch die Achillessehne meines Begleiters war der Anforderung nicht richtig gewachsen- wir mussten nicht nur die Motivation, sondern auch das Tempo zurückschrauben und dementsprechend gemütlicher sind wir um kurz nach halb 4 in Neusiedl im Pannoneum eingetroffen, haben uns bei einer hervorragenden Gemüsesuppe gestärkt und sind kurz vor 4 wieder weiter, mit neuem Ziel Jois. Die 4km bis dahin haben wir toll gemeistert und waren um 16:50 Uhr schon durch Jois durch, um die vorletzte größere Etappe über Winden und Breitenbrunn nach Purbach anzugehen.

Wind,die lang ersehnte Medaille +Finisherfoto

Doch jetzt wurde es nach und nach dunkel, in Winden habe ich dann meinen Überrock aus dem Rucksack gezogen und auch meine Windjacke herausgekramt um diese bei Bedarf gleich griffbereit zu haben. Die Stirnlampe wurde aufgesetzt und die Warnweste am Rucksack befestigt um im Straßenverkehr auzufallen(Selbstschutz und so!). Es wurde kälter und kälter, der Wind pfiff von allen Seiten und ich war froh, dass wir eine Fettcreme dabei hatten, die mein Gesicht nicht gänzlich zu Eis erstarren ließ.

Um 19:05 Uhr waren wir im Gut Purbach bei der letzten Labestation fertig gestärkt und sind die finalen 16km angetreten- die über Wiesen,Stock und Stein und durch den Wind nocheinmal sehr anstrengend waren - aber um kurz vor 10 haben wir dann in Oggau unsere Finisher Medaille überreicht bekommen und beim Zielfoto breit gegrinst.

Eine kleine Bestandsaufnahme. Ich habe mich selbst bezwungen und bin die 60km ohne gröbere Schwierigkeiten gegangen - klar hat ab und an wo etwas gezwickt, aber zu wissen, auf seinen Körper zu hören und dementsprechend zu reagieren ist ein großer Pluspunkt, der mich bestärkt in meinem Wunsch größere Tagestouren zu gehen. Der "Tag danach" war von den Schmerzen her erträglich - natürlich habe ich die Knie und Oberschenkel leicht gespürt, aber da weiß man wenigstens, dass man am Vortag nicht untätig war (habe am Samstag die Schmerzen dann noch bei einem schönen Spaziergang im Ennstal "weggegangen") und am Sonntag erinnerte eigentlich nur noch die Schuhblase am linken Fuß an die Strapazen vom Freitag. Ob ich die 120km im nächsten Jahr auch noch angehe steht noch in den Sternen- ich habe am Weg 2 Herren getroffen, die diese heuer gemacht haben- der eine war in Podersdorf vollkommen fertig und hat aufgegeben, der andere ist in Purbach vom Hocker gefallen, weil er die Wärme in der Labestation nicht vertragen hat. Aber reizen würde es mich jetzt schon...

Wenn ich dranbleibe, geb ich Euch natürlich Bescheid - bis dahin alles liebe, gebt gut aufeinander acht,

Kerstin

P.S. Ich will mich auf diesem Wege natürlich auch nocheinmal "online" bei den Organisatoren bzw. Gründern dieser Tour bedanken - Michael, Josef und Tobias, die mit dieser Idee viele schöne Momente und Begegnungen jedes Jahr immer und immer wieder zusammenbringen! Weiters bei allen Labestationen, die uns beherbergt haben, für Eure Zeit und Eure unheimliche Freundlichkeit (die Suppe in Neusiedl war a Hammer!) und schließlich und endlich noch allen, die zum Gelingen dieser tollen Veranstaltung beigetragen haben - coole Sache!

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