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Marc Aurel Marsch

21.09.2017

Der Start mit Legionären

Liebe Gäste, zufällige Leser und Freunde,

in der letzten Woche hat es mich dieses Mal nicht in die Höhe, sondern in die Weiten des Burgenlandes getrieben. Ich durfte an einer Weitwanderung mit dem Startpunkt Bruckneudorf teilnehmen und war begeistert. (Von wegen: Wenn du ein Land kennen lernen willst, begehe es.)

Der Marc-Aurel-Marsch ist die größte jährliche Marsch- und Laufveranstaltung des Österreichischen Bundesheeres und durch meinen Papa habe ich heuer das erste Mal davon gehört und natürlich sofort die Möglichkeit wahrgenommen und bin mitgegangen. Das war auch die "Challenge" im September, die ich ohne viel davon verraten zu wollen, recht gut gemeistert habe.

Der Name soll an den römischen Kaiser Mark Aurel erinnern, der während der Markomannenkriege an der oberen Donau im Jahr 180 im damaligen römischen Legionslager Vindobona (heute: Wien) verstorben ist. Der Marsch steht militärischen Marschgruppen (ich habe auch viele Polizeischüler am ersten Tag getroffen) und zivilen Wanderern (hier wurde ich dem Thema Marathonwandern näher gebracht!) aller Nationen offen. Der Marsch beziehungsweise der Lauf findet entweder als eintägige Veranstaltung über 40 Kilometer oder als zweitägige Veranstaltung über 2 × 40 Kilometer statt.

Soviel zu den Hintergründen, Daten und Regeln.

Am Weg

Der Startschuss fiel am Donnerstag um 08:30 Uhr in Bruckneudorf. Bei strahlendem Sonnenschein und doch etwas Wind sind ca. 300 Menschen gestartet - die einen im Laufschritt, die meisten im gemütlichen Wandertempo - so wie auch ich mit meinem Papa. Er, sehr lobens- und bewundernswert in voller Montur und mit 10kg Gepäck am Rücken (wie vorgeschrieben) und ich hochmotiviert mit meinem kleinem Rucksack. Die Fairness hierbei sei dahingestellt, aber es war ein tolles Erlebnis.

Zuerst ging es durch einen Wald Richtung Hanftal zum ersten Kontrollpunkt an dem wir recht schnell waren und nach einem Schluck Wasser und einem Strudel (hervorragend, das sei hier nur kurz angemerkt) sind wir weitergewandert Richtung Winden. Kontrollstelle zwei und drei lag schnell hinter uns, die Sonne hat vom Himmel gestrahlt und uns und allen anderen Wanderer den Schweiß ins Gesicht getrieben. Am Weg findet man natürlich viele Gesprächspartner - nicht nur mit Polizeischülern der Sicherheitsakademie in Eisenstadt, sondern auch einer Gruppe von Fernmelder Bundesheerler (man sieht - ich kenne mich da überhaupt gar nicht aus) aus St.Johann im Pongau, mit denen wir mehr aus Zufall ins Gespräch kamen. Es ging um eine schlechte Markierung, meine Meinung (die überraschenderweise nicht verfolgt wurde) und der Meinung von 8 anderen Männern - nur um nach 2km zu erkennen, das ich doch richtig gelegen hatte. Aber der Umweg hat uns durch wunderschöne Weinberge geführt und auch der Motivation keinen Abbruch getan.

Nach 06 Stunden und 55 Minuten sind wir dann wieder in der Kaserne Bruckneudorf angekommen. Gut ists gegangen, nichts ist geschehen und so haben wir uns gemütlich, nach einer kurzen Ausfahrt mit dem Rad damit die Wadln wieder "ins Lot" kommen, ins Wohnmobil eine Pizza bestellt (ich war sooooo hungrig, obwohl die Verpflegung wirklich gut war am Weg) und haben uns natürlich ein Magnesiumsafterl gegönnt. Der Nachbesprechung des Tages folgte recht schnell mein Weg ins Bett - die vielen Eindrücke mussten ja immerhin irgendwo verarbeitet werden.

Überblick des zweiten Tages

Am nächsten Morgen wurden wir vom Frühsport der Kaserne Bruckneudorf geweckt, jedoch war die gute Laune sehr schnell getrübt, da mein Papa aufgrund von Zahnschmerzen an diesem Tag nicht mitwandern konnte. Außerdem war die Wettervorhersage nicht sehr glorreich und so bin ich mit einigen zweifeln um 08:00 Uhr aufgebrochen.

Der Weg war an diesem Tag ein anderer - über Parndorf und Rohrau ging es durch endlose Felder nach Bruck an der Leitha und danach wieder retour nach Bruckneudorf. Mein Rucksack war, aufgrund der Wettervorhersage, heute auch etwas fülliger, da ich nicht nur die Regenhose, sondern auch etwas wärmere Kleidung eingepackt hatte, um auf alles vorbereitet zu sein. 
Stellt euch meine (positive) Überraschung vor, als es wieder schön warm wurde, die Sonne hat sich zwar meist hinter Wolken versteckt und der Wind pfiff uns auch um die Ohren, jedoch war kein Regenwolkerl am Himmel zu sehen und die Stimmung bei den Wanderern war durchwegs positiv. Die fünf Kontrollpunkte, an denen ich mir meine Stempel abgeholt habe, sind wahrlich vorbei geflogen und mich hat es doch etwas gewundert, dass meine Beine wie von selbst gelaufen sind. 

Nette Gesprächspartner haben mir den Weg auch verkürzt und so bin ich nach 6 Stunden und 15 Minuten das zweite Mal an den zwei Tagen am Endpunkt Bruckneudorf angelangt - müde aber glücklich aufgedreht diesen Marsch relativ unbescholten überstanden zu haben. Natürlich habe ich mir wieder eine Magnesiumtablette in Wasser aufgelöst gegönnt und meine Füße haben längere Zeit keine Schuhe gesehen, jedoch hatte ich überraschend auch in den darauffolgenden Tagen keine gröberen Beschwerden (die steifen Knie wurden am Samstag "ausgeschwommen") und deshalb rückt der Entschluss, die 120km beim Burgenland Extrem im nächsten Jänner, in greifbare und eventuell auch umsetzbare Nähe. 

Soderla, das war es wieder für heute!

Bleibt freundlich zueinander, bis zum nächsten Mal, alles liebe

Kerstin

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