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Wanderfreunde etc

07.10.2016

Wanderfreunde
Der Grimming - endlich am Gipfel

Liebe Gäste, zufällige Leser und Freunde,

Ich habe mir heute meine Gedanken über die Wanderungen gemacht, die nicht alltäglich sind, die man vielleicht sogar nur einmal in seinem Leben macht, aber auch lange daraufhin plant. Natürlich denkt jetzt jeder sofort an so unerreichbare Touren wie den Himalaya oder auch den Kilimanjaro, aber soweit muss man gar nicht in die Ferne schweifen.

Meine „Würde ich noch gerne machen“ Liste (die im Englischen sogenannte „Bucket List“) hat sich in diesem Sommer 2016 stark reduziert. Waren zu Beginn noch viele Berge darauf, bei denen mir schon allein die Namen Respekt eingeflößt haben, sind es jetzt in der näheren Umgebung nur mehr einige Wenige, die ich mir noch nicht zutraue bzw. auf die ich noch keinen Schritt gewagt habe. Im August habe ich gleich 2 „Hakerl“, wie ein Freund und ich die Bewältigung solcher Berge nennen, setzen können, auf die ich mächtig stolz war und immer noch bin : mein Hausberg, der Grimming, sowie die Klafferkessel- Königstour in einem Tag, sogar in recht guter Gesamtgehzeit, wurden von mir mit meinem „Hikingbuddy“, also dem Wanderfreund (der aber auch im „normalen“ Umfeld zu meinen guten Freunden zählt) bezwungen. Der Grimming ging überraschenderweise recht gut, der Anstieg auf den Greifenberg aber, kurz nach Beginn der Klafferkessel Tour hat mich nicht nur viel Überlegungen und Überwindung, sondern auch einiges an Willenskraft, Willensstärke und auch Vertrauen in mein „Können“ und in meinem Wanderfreund gekostet.

Denn es ist ja so – wandern (weiter als 5h wandern) kannst du nur mit einem Menschen, der dir ähnlich mit Kondition, Ausdauer aber auch mit Spaß(sollte auch beim Wandern nicht zu kurz kommen) und Lebenseinstellung (gibt einfach mehr Gesprächsstoff) ist, oder der dir ein gewisses Grundvertrauen gibt und dich unterstützt und berät, solltest du einmal nicht so richtig fit sein.

Gehts noch?
Wie weit sind wir schon gekommen?

Es gibt sie, diese Tage wo du denkst du kommst keinen Schritt mehr weiter und kriegst keinen einzigen Atemzug mehr in deine Lungen hinein, oder die Füße sind so schwer, dass du sie nicht mehr heben kannst – wenn du dann mit jemandem unterwegs bist, der dich nicht drängt, sondern dir „nur“ ein Gefühl von Sicherheit, Vertrauen und auch Stärke gibt, kann es sein, dass du nicht nur den Anstieg überwindest, sondern auch noch dich selbst überrascht, wie viele Reserven in dir stecken.

Doch Achtung ! „Falsche“ Unterstützung und falscher Ehrgeiz können am Berg sehr schnell ins Gegenteil umschlagen und somit gefährlich werden! Ihr müsst auf euren Partner im Gelände vertrauen können – und Euch auch selbst trauen können bzw. auf Euch hören können. Wenn es nach 15 oder 30 Minuten immer noch nicht richtig weitergeht, oder Ihr gar nicht in Schwung kommt- umdrehen ist keine Schande(sagt ja schon der Volksmund: „nur ein alter Bergsteiger, ist ein guter Bergsteiger“), denn meist ist der Abstieg von einem Berg noch gefährlicher (wenn man „Kopfmüde“ wird) und konditionell anstrengender, als der Aufstieg- und dort passieren dann die schlimmen Unfälle. Man muss sich auch eingestehen, dass man nicht jeden Tag gleich gut „beinander“ ist und der Berg/See/Klettersteig eben noch etwas warten muss – Grenzen, seien es nun körperliche oder geistige, müssen nicht nur gesehen, sondern eben manchmal auch etwas früher gesetzt werden, um zu einem späteren Zeitpunkt mit besseren Voraussetzungen  überwunden werden zu können. Unterschätzt bitte nie die Gefahr der eigenen Selbstüberschätzung- lieber öfter zu früh umgedreht, als einmal zu spät.

Das war’s mal wieder meine Lieben, ich bleib für Euch am Ball und freu mich auf das nächste Mal!
Alle Liebe Kerstin

P.S: Ein riesengroßes Dankeschön an meine Wanderfreunde – für Eure Geduld, Eure Zeit, Eure Motivation und vor allem auch Euren Spaß! Wenn man mit den richtigen Menschen unterwegs ist, kann man (fast) alles schaffen. Ich habe Euch sehr viel zu verdanken und hoffe auf noch viele Stunden mehr!

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